Die Geschichte von Naikan

Die Methode Naikan wurde zwischen 1940 und 1965 von Ishin Yoshimoto geschaffen. Dieser wollte nach einer tiefgreifenden spirituellen Erfahrung 1937 eine Übung entwickeln, die jeder Person die gleiche Erfahrung ermöglicht. Um sovielen Menschen wie möglich diese Methode zugänglich zu machen, verzichtete er vollkommen auf religiöse und psychologische Elemente.

Das erste Naikan Zentrum wurde von ihm in den frühen 50er Jahren in Nara gegründet und gemeinsam mit seiner Frau Kinuko leitete er dort bis zu seinem Tod 1988 Naikan.

1953 bot Ishin Yoshimoto das erste Mal mit großem Erfolg Naikan in einer japanischen Strafvollzugsanstalt an. Seither wird Naikan im Strafvollzug in Japan, in Österreich, Deutschland, Südafrika und China eingesetzt. Heute gibt es in Japan etwa 40 selbständige Naikan-Zentren. 

In Europa bot das erste Mal der 2020 verstorbene Anstaltspfarrer Lothar Finkbeiner in der JVA Vechta (Niedersachsen, Deutschland) seit den späten 70er Jahren Naikan für dessen Insassen an.  

1980 wurde das erste öffentliche Naikan in Europa Raum von Franz Ritter im Buddhistischen Zentrum Scheibbs (Niederösterreich, Österreich) organisiert und von Prof. Akira Ishii geleitet. 

1981 leitete der Schriftsteller und Psychologen David Reynolds das erste Naikan in den USA. 

1983 veranstaltete der Bonner Psychologe Karl-Peter Breuer das erste Naikan in Deutschland unter der Leitung von Akira Ishii.  

1985 leitete Franz Ritter das erste Naikan in Südtirol. 

1986 wurde von Franz und Martha Ritter mit dem Neue Welt Institut in Niederösterreich das erste Naikan-Zentrum außerhalb von Japan begründet. 

1987 folgte die Gründung des ersten deutschen Naikan-Zentrums durch Gerald Steinke. 

1989 wurde in England ein Naikan von Akira Ishii abgehalten.  

1992 leitete Franz Ritter das erste Naikan in der Schweiz.  

Von 1995 bis 2011 wurde Naikan in der österreichischen Justizanstalt für Jugendliche in Gerasdorf eingesetzt.  

Seit 2003 wird Naikan in allen Justizvollzugsanstalten des Bundeslandes Niedersachsen angeboten. Auch andere deutsche Bundesländer zeigen Interesse und haben teilweise Naikan-Wochen in Vollzugsanstalten durchgeführt.  

2006 führte der deutsche Pfarrer Lothar Finkbeiner Naikan im südafrikanischen Strafvollzug ein. Seither ist es eine der 10 Resozialisierungs-Methoden, die im Vollzug der RSA eingesetzt werden.  

In Asien finden Naikan-Wochen außer in Japan auf den Philippinen, in Taiwan, Nepal, China, Thailand, Kambodscha und Südkorea statt. Weitere Naikan-Wochen wurden in Kanada, Australien und Brasilien durchgeführt. 

Es etablierten sich weitere Naikan Zentren in Europa und den USA. Auch in China wurden in den letzten 10 Jahren Naikan-Zentren eröffnet. 

Auch in der Suchttherapie fand Naikan Verbreitung, in Japan, wo Suchtkliniken die Methode in verstärktem Maße einsetzen und seit 1986 auch in Europa (Erlenhof, Oberösterreich und Hof Fleckenbühl, Deutschland).